Archiv der Kategorie: musik

In Case of…

… With Many Dark Clouds and Lots of Rain Break Glas and Press Play.

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I love Regina in my playlist.

Ich stehe gerade vor der nicht ganz kleinen Herausforderung, sowohl meine lange Abwesenheit in irgendeiner adäquaten Weise zu erklären, andererseits eine Einleitung zu schreiben, um auf das Lied hinzuarbeiten, dass ich hier verlinken will.

Gar nicht so einfach. Darum lass ich’s einfach.


Toll, nicht wahr? Also: Album kaufen.

Gesäusel ftw

Bombay Bicycle Club mag ich hauptsächlich wegen eines Songs. Der heißt Evening/Morning und ist einfach unglaublich gut. Ein Ohrwurm mit netten Lyrics, dem ich mich nicht erwehren kann. Eine flotte Nummer, die aber irgendwie gar nicht so dem entspricht, was die Band sonst produziert. Der größte Teil ihrer Musik fällt nämlich eher ruhig aus, wenn ich mir das zweite Album „Flaws“ anhöre, sogar zu ruhig. Ich mag die Band trotzdem, denn ich mag die Stimme des Sängers. Jack Steadman hat eine absolut einzigartige Stimme, die man nie wieder vergessen kann, wenn man sie einmal gehört hat. Diese Tatsache prägt das Gesamtbild der Band; für mich, der ich sowieso absolut unmusikalisch bin, überdeckt der Gesang in der Wahrnehmung eindeutig das musikalische Element. Natürlich ist auch die Musik interessant und sie gefällt mir in gewissen Momenten sehr gut, dennoch würde ich unbekannte Lieder der Band stets am Gesang erkennen, nicht an bestimmten musikalischen Mitteln (Projekte von Jack White erkennt man ja in der Regel schon anhand der Gitarre im Intro, nur so als Beispiel). Jacks Stimme ist das Charakteristikum von Bombay Bicycle Club. Und zumindest in der Hälfte ihres neuen Albums „A Different Kind of Fix“ kann ich nicht genug von seinem Gesäusel bekommen.

Auch die neue Platte wird keine, die bei mir rauf und runter laufen wird (wie zum Beispiel die von Thees Uhlmann), was natürlich nicht gegen ihre Qualität spricht. Nein, sie beginnt mit How Can You Swallow So Much Sleep sogar ausgesprochen energetisch. Die Instrumente überlagern rein lautstärketechnisch den Gesang. Kraftvoll erscheint dieser Kampf der Aufmerksamkeit; charakteristische Stimme gegen clever eingesetzte Arrangements. Dabei gibt es einen klaren Gewinner und zwar den Song selber.
Überhaupt wirkt das Album anfangs durch die oft sehr präsenten Drums unglaublich treibend. Dennoch ist es nichts, was man wirklich wertschätzen kann, wenn man es nur nebenher hört. Man muss „A Different Kind of Fix“ schon seine gesamte Aufmerksamkeit schenken – dann zieht es den Hörer auch sofort in seinen Bann. Schade nur, dass sich das Album ab der Hälfte der Tracks auf diese anfänglich geschaffene Aufmerksamkeit verlassen muss. Ab diesem Punkt versinkt die Musik nämlich in die schleichende Auswechselbarkeit, die man Bombay Bicycle Club häufiger vorwerfen kann. Dennoch ein Stück Musik, dem man eine Chance geben sollte.

Louder than sirens, louder than bells

Ein kleines Intermezzo, genauer mein Vorschlag für die nächste Runde des Projekt Hörsturz.

Ein ganz großartiger Song. Einer meiner absoluten Lieblinge, wenn auch erst seit kurzer Zeit. Allerdings gefällt mir die Studioversion tatsächlich noch ein Tick besser. Aber ist ja eine Sonderrunde mit dem Thema Live-Auftritte. Von daher.

Sincerely Thees Uhlmann

Was für euch das Album von Casper war, ist für mich die Neue von Thees Uhlmann

schrieb ich so oder so ähnlich vor einigen Wochen auf Facebook. Den Hype, den Xoxo erlebt hatte, konnte ich zwar in den Weiten des Internets nicht entdecken, für mich persönlich ist das Solo-Debüt von Thees allerdings die wichtigste CD des Jahres (auch wenn mir Caspers Platte sehr gut gefallen hat).

Dabei konnte ich schon immer verstehen, wenn sich andere über die Musik von Tomte aufgeregt haben. Es ist nicht für jeden. Thees Stimme ist gewöhnungsbedürftig, die Texte wirken nicht nur selten ein klein wenig zusammengeschmissen. Beides Dinge, die ich an Tomte-Alben geliebt habe. Ein bisschen Restskepsis war über die Qualität der fertigen Soloscheibe noch da, nachdem ich auf dem Fest van Cleef in Mainz war und einige Lieder hören konnte. Auch an die muss man sich erst ein wenig gewöhnen. Sie erinnern auch noch an Songs von Tomte, unterscheiden sich dennoch stark. Sie sind getriebener, das E-Piano ist allgegenwärtig und überhaupt irgendwie tanzbarer. Wobei man dieses Attribut immer noch in Relation sehen muss.

Letztendlich ist „Thees Uhlmann“ ein unglaublich gutes Album. & Jay-Z singt uns ein Lied ist der Highlight der CD, was zu einem nicht unbedeutendem Anteil auch Casper zuzuschreiben ist. Dass Thees und Casper ein angenehmes Team abgeben, haben sie ja schon auf der Platte des Bielefelders zeigen können; und ich muss Pascal zustimmen, wenn er betont, dass der Gedanke an eine aus den beiden bestehende Band zu gefallen weiß. Überhaupt ist das von Reminiszenz und Heimatsgefühlen geprägte Album mit starken Songs gesegnet. Einzig Die Nacht war kurz geht mir mittlerweile etwas auf die Nerven. Aber das wird durch das beinahe epische 17 Worte und den wunderbaren Text von Römer am Ende Roms ausgeglichen. Mit Sommer in der Stadt und Paris im Herbst wird Thees zum Storyteller, was sich sehr angenehm auf den Gesamteindruck des Albums auswirkt. Abschließend seien noch die Alternativversionen von Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf (To Mate & to Die Salmons Swim Upstream) und Paris im Herbst (Paris en automne) erwähnt, in denen Thees in Englisch bzw. Französisch singt. Klingt einfach umwerfend, vor allem die zusätzliche Frauenstimme in To Mate & to Die, die eigentlich zu Imaginary Cities gehört, macht den Song mindestens doppelt so gut.

The View – Bread and Circuses

Wenn man mich fragt, dann haben The View schon mit ihrem letzten Album Which Bitch? eine ziemlich runde, unrunde Sache abgeliefert. Lasst mich das kurz erklären: Der Sound, der Gesang, die Arrangements wirken alle etwas verschroben. Es ging wohl weniger um die perfekte Form als um die Betonung auf den Spaß an der Sache, nämlich an der Musik. Mundharmonika, verzerrte Gitarren im Wechsel mit prägnatem Klavierspiel. Auf das Album mit dem Häschen auf dem Cover lässt sich keine klare Linie legen.

Das verhält sich mit dem aktuellen Bread and Circuses anders. Der Sound ist an die Leine genommen worden, tobt nicht mehr in allen Richtungen herum, hat aber in einem gewissen Radius immer noch gewisse Freiheit, wird jedoch in eine bestimmte Richtung geleitet (oh nein, ich wende eine Hundemetapher auf Musik an!). In den besten Momenten kommt dann ein Hammersong wie Underneath the Light heraus, der in perfekter Art und Weise mit einem klaren, aber etwas holprigen Rythmus in den Strophen und einem eingängigen Refrain daherkommt, um am Ende noch einmal wild um sich zu schlagen. Schön sind diese guten Momente natürlich, besser ist es aber, dass es keine wirklichen schwachen gibt. The View bewegen sich durchgehend auf einem hohen Niveau. Verspielt sind die vier Schotten immer noch, präsentieren das aber hintergründiger als im Vorgänger und decken eine große Spanne an Stimmungen ab, ohne dass ein Lied fehl am Platz wirkt. Und selbst wenn das der Fall sein sollte, ich glaube, durch den schottischen Akzent würde ich das auch verzeihen.

4/5

Metakram:
erschienen am 14.März 2011 bei Sony Music Entertainment
gehört auf simfy

Ach, würden sie doch wenigstens schlechte Musik machen.

Habe letztens mal wieder Scrubs geguckt, eine Zeit-Totschlag-Methode, die ich im übrigen nur empfehlen kann. Die sechste Staffel um genau zu sein. Und wie fast jede Staffel hat auch diese ein unheimlich großes Opening-Bit (Sketch will ich nicht sagen). Das ist das, in dem der betrunkene JD von einer Gruppe homosexueller Senioren nach Las Vegas entführt wird. Im Hintergrund läuft dabei ein Song, der mir irgendwie vertraut vorkommt. Er klingt unheimlich gut, aber ich kann ihn nicht genau einordnen.

Und würde im Refrain nicht „Here it goes again“ gesungen werden, hätte meine Recherche etwas länger gedauert. Denn so heißt der Song (den IMDB nicht im Soundtrack der Folge listet) und einen kurzen Abstecher nach Youtube später, habe ich eine neue Lieblingsband.

Natürlich fallen einem zuerst die grandiosen Videos auf, die die Singles schmücken. Die Choreographie auf den Laufbändern zu genanntem Lied hat wohl jeder schon mal irgendwie gesehen und sei es auch bei den Simpsons gewesen. Zu der Veröffentlichungszeit des Videos hatte ich noch kein Internet am eigenen PC, weshalb mir diese Band wohl bis jetzt fremd war – vielleicht war ich aber auch nur unglaublich ignorant. Und hey, vielleicht geht’s einigen von euch ja genau so wie mir. So mancher Hype soll bisweilen verschlafen worden sein.

Und das ist keine rühmliche Ausnahme in der Videographie der Band, auch die Clips zu „White Knuckles“, „WTF?“, „End Love“ und „This Too Shall Pass“ gehören zum Besten, was man in diesem Bereich betrachten kann. Minimalistisch gedreht, teilweise etwas amateurhaft, aber unfassbar kreative Videokunst, in dessen Quintessenz keine Mühen gescheut werden. Der Ideenreichtum ist kaum beschreibbar oder zumindest reichen meine Fähigkeiten nicht aus, um ihn adäquat vermitteln zu können. Deshalb nach dem Klick noch die Videos zu den vier genannten Songs. Das mag zwar die höchst unansehnlichste Weise sein, das hier einzubinden, aber es kann halt nicht alles so perfekt sein wie das folgende.

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