Fall Season 2011 – Mein Pflichtprogramm

Der September ist seit einem Jahr mein unangefochtener Lieblingsmonat. Der tolle Übergang zwischen Sommer und Herbst, die Tatsache, dass mein Geburtstag in greifbare Nähe rückt, und selbstverständlich der Beginn der neuen US-Serien-Season. Das Verfolgen der (meist) wöchentlich gesendeten neuen Folgen hat sich zu meinem einzig wirklich exzessiv ausgeübten Hobby entwickelt. Ein Beispiel? Auf meinem Serienplaner stehen 26 Serien, die ich zumindest in den ersten Wochen sehen will, um dann zu entscheiden, welche den Verbrauch meiner Freizeit verdient haben. Da bietet sich es geradezu an, dass das neue Wintersemester erst Mitte Oktober startet.

In einigen Posts will ich diese 26 Serien vorstellen und den Anfang macht heute das Pflichtprogramm, sprich vor allem länger laufende Formate und sehr vielversprechende neue Programme, die ich mir – aus welchen Gründen auch immer – mit hoher Sicherheit langfristig anschauen werde. Das alles selbstverständlich nicht ganz spoilerfrei.


Community

Den Beginn macht natürlich die zur Zeit lustigste und beste Serie. Community hat nach seiner starken ersten Staffel gleich noch eine bessere zweite hinterhergeschoben und die Zeichen stehen gut, dass die dritte Staffel seine Vorgänger noch übertrumpfen kann. Inwiefern sich das Wesen der Show ändern wird (man vergleiche dazu die Unterschiede zwischen Staffel eins und zwei), lässt sich anhand des derzeitigen Trailers beim besten Willen nicht sagen. Allerdings kann man wohl ausschließen, dass man sich wieder an der ersten Staffel orientiert, in der es in erster Linie, um die generelle Charaktervorstellung ging und die popkulturellen Anspielungen eher im Hintergrund standen, während sie in der zweiten Staffel zum wesentlichen Element vieler Episoden aufgestiegen sind. Dennoch macht der Teaser Lust auf die neuen 24 Folgen. Ob die gezeigte Gesangseinlage tatsächlich so vorkommt, glaube ich eher nicht (zumindest kann ich mir keine glaubwürdige Situation vorstellen), aber John Goodman macht mit seinem Auftritt schon mal einen verdammt guten Eindruck und bietet hoffentlich die Gelegenheit den grandiosen Jim Rash auch in anderen Situationen als „übereifriger Dean trifft auf Schüler“-Situationen darzustellen. Aber selbst ohne diesen Aspekt wäre Community mein absoluter Favorit. Habe die Serie in der bisherigen Sendepause etwa fünf Mal geschaut, bin wie ihr seht absoluter Fanboy.

Parenthood

Meiner Meinung nach die beste Familien-Drama-Serie seit Gilmore Girls. Ein wunderbarer Cast, der die Familie Braverman bildet, die in den alltäglichen und nicht so ganz alltäglichen Ereignissen beobachtet wird. Nachdem das Weiterbestehen der Serie nach der zweiten Staffel lange Zeit auf der Kippe stand und das Finale der Season auch gleichzeitig als mögliches Ende der gesamten Show verstanden wurde, geht es zum Glück doch weiter. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Charaktere weiterentwickeln. Vor allem der ungeplante Nachwuchs von Adam und Kristina dürfte sehr interessant werden und auch das angedeutete Happy End zwischen Crosby und Jasmine wird wohl doch nicht so harmonisch weitergeführt wie es zuletzt dargestellt wurde. Ich bete dafür, dass Amber nach ihrem schweren Unfall nun wirklich die schwerste Phase ihre Teenage-Rebellion hinter sich gelassen hat (das hat mich in der Beständigkeit über die ersten zwei Staffeln mitunter sehr aufgeregt). Hoffentlich bekommt auch Drew ein bisschen mehr Screentime und vielleicht auch mal ein Love-Interest, das sich etwas längerfristig entwickeln kann. Parenthood wird mit Sicherheit den Platz als mein Lieblingsdrama halten können.

Vampire Diaries

Es war eine schwere Geburt. Habe in diesem Frühjahr/Sommer die ersten zwei Staffeln nachgeholt und habe relativ lange gebraucht bis ich mit der Serie warm geworden bin. Das hat allerdings auch tatsächlich mit der Qualität des Programms zu tun, die nach etwa acht Folgen eine Wandlung zum Besseren nimmt. Anfänglich als schrecklich plattes Teenie-Drama begonnen (diese miserablen „Wir schreiben in unsere Tagebücher und das, was geschrieben wird, hört man als Voice-Over“ Momente), gab es doch zunehmend die Entwicklung zu einem anständigen und actionreichen Fantasy-Ding mit ausreichend Storywendungen und einer angemessenen Portion an Gewalt (es geht immerhin um Vampire, Werwölfe, Hexen und was wohl noch alles kommen wird). Aber auch in der Charakterzeichnung hat die Serie einen etwas subtileren und eindrucksvolleren Weg eingeschlagen; da denke ich vor allem an die Beziehung zwischen Elena und Damon.

How I Met Your Mother

So, nach nunmehr drei Formaten, die in ihre jeweilig dritte Staffel gehen, kommen wir zu meinem einstigen Favoriten, der in die siebte Runde geht. Angefangen als grandiose Revival und Modernisierung des festgefahrenen Genres der klassischen Sitcom, hatte HIMYM zuletzt vor allem mit Schwächen bei der Story zu kämpfen. Während die fünfte Staffel ohne Zweifel den Tiefpunkt darstellte, konnte sich die sechste Staffel etwas aufraffen, vergeudete meiner Meinung nach aber etwas viel Zeit mit der letztendlich gescheiterten Beziehung von Ted und Zoey. Nun gut, die Zeichen für Staffel 7 stehen gut. Barney erhält die verdiente Charakterentwicklung. Seine Hochzeit wird über den Verlauf der Staffel immer wieder in Blicken in die Zukunft vorausgenommen. Über die noch unbekannte Braut wird viel diskutiert und ich gehöre zu den (meiner Ansicht nach) wenigen Fans, die hoffen, dass es *nicht* Robin sein wird, die mit vor den Traualtar treten wird. An dieser Stelle noch meine persönliche Hoffnung, dass es Nora sein wird, die mir vom ersten Auftritt an einfach sympathisch war.

The Big Bang Theory

Ich will gar nicht viele Hoffnungen zur Story aussprechen, die ist mir bei TBBT nämlich mittlerweile relativ egal. Die Serie soll bitte einfach nur lustig bleiben. Im Gegensatz zu meinem Bruder finde ich die starke Einbeziehung von Amy mittlerweile sehr gut und auch Bernadette bildet zusammen mit den beiden anderen Frauen eine willkommene Abwechslung zur Herrengruppe. Das wirkt sich zwar tendenziell negativ auf die Nerd-Handlungsbögen aus, aber sie haben zu einer Weiterentwicklung der Serienstruktur geführt, die mir gut gefallen hat. Natürlich frage auch ich mich, wie sich der One-Night-Stand zwischen Raj und Penny auf längere Zeit wohl auswirken mag, wie die Beziehung zwischen Howard und Bernadette weitergeht und ob Rajs Schwester tatsächlich wieder aus dem Cast verschwindet.

Family Guy

Selbstverständlich darf mein Zeichentrickliebling hier nicht fehlen. Ich weiß nur nicht genau, was ich groß dazu schreiben soll. Family Guy mag man oder eben nicht. Zur Geschichte kann man nichts Großes schreiben, da es auch in der neuen Staffel keinen übergreifenden Handlungsbogen geben wird. Deshalb hier schlicht der Link zum aktuellen Trailer.

Nikita

Die Verschwörungsagenten-Story mit Maggie Q, Shane West und Lyndsy Fonseca geht in die zweite Staffel und ich muss sagen, dass mir die erste schon unheimlich gut gefallen hat. Keine Skrupel, kleinere (aber dennoch nicht unwichtige) Nebencharaktere sterben zu lassen, schön choeographierte Actionszenen und immer den nächsten Plot-Twist im Ärmel versteckt. Ich gebe zu, dass ich mich an viele kleinere und mittlere Details der ersten Staffel nicht mehr erinnern kann, war aber immer bestens unterhalten und erwarte durch die grundlegende Änderung der Charakterkonstellation auch frischen Wind (wobei das bisher noch gar nicht nötig war).

New Girl

Das erste komplett neue Format, das ich mir auf jeden Fall anschauen werde, wenn es sein muss bis zum bitteren Ende. Das hat New Girl ausschließlich Zooey Deschanel zu verdanken. Denn der Trailer zum Pilot hat mich nicht besonders überzeugen können, auch wenn es einige schöne Witzchen gab. Es fehlte jedoch das Gefühl für eine langfristig interessante Dynamik zwischen Deschanel und ihren drei männlichen Mitbewohnern; auch weil Deschanels Charakter aufgrund ihrer deutlich abgedrehten Ticks ganz deutlich nicht in das stereotypische Bild des weiblichen Prototyps passt, ihre Mitbewohner aber ganz typische Macho-Eigenschaften zeigen. Der neuere Teaser bringt das Konfliktzentrum aber ganz schön zum Vorschein. Könnte doch ganz gut werden. Und falls nicht, bleibt uns ja immer noch Zooey.

Two Broke Girls

Hieran habe ich zwar noch geringere Erwartungen als an New Girl, aber hier spielt Kat Dennings mit. Das bedeutet schon mal, dass es wirklich, wirklich schlecht sein müsste, dass ich tatsächlich damit aufhören würde. Die Freundschaft zwischen zwei Kellnerinnen, von der eine aus ehemalig reichem Haus kommt und seit dem Familienruin Geld verdienen muss und dem typischen Kat Dennings Charakter (snippy, sarcastic, absolut nicht klassisch feminin) ist zwar keine neue Idee, könnte man aber auch ganz gut umsetzen. Dummerweise erscheint der Trailer zum Pilot nicht im besten Licht und lässt eine sehr klassische Sitcom erwarten; eine ohne jegliche Form von Dynamik, deren Witze im Sand verlaufen.

5 Gedanken zu „Fall Season 2011 – Mein Pflichtprogramm

  1. bullion

    „Community“ und „Parenthood“ sind auch die beiden Serien, auf deren Fortsetzung ich mich am meisten freue. Beide in ihrem Fach ganz groß. Statt „Vampire Diaries“ schaue ich übrigens „True Blood“, da gibt es auch ‚Vampire, Werwölfe, Hexen und was wohl noch alles kommen wird‘😉

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  2. Henry

    Ich muss unbedingt anfangen, überhaupt mal neue Serien zu gucken. Ich habe mir jetzt mal eine Liste gemacht und hoffe darauf, das in Zukunft abzuarbeiten.

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  3. Dr. Borstel

    Hrrrrr, ’ne Serie mit Kat Dennings? Wie ist mir das denn entgangen? Okay, wird wahrscheinlich scheiße, aber trotzdem: \o/

    In „Parenthood“ sollte ich wohl auch mal reinschauen.

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  4. ulf Autor

    @bullion: True Blood habe ich auch noch zu schauen. Bisher habe ich’s bis zum Finale der zweiten Staffel geschafft. Aber irgendwie gefällt mir Vampire Diaries doch bedeutend besser.

    @ringvernichter: Muss ja zugeben, dass ich noch keine einzige Folge von The Office oder Parks and Recreation gesehen habe. Wird bestimmt irgendwann noch nachgeholt.

    @henry: Ah, da kann ich dir einen Tipp geben. Auf sidereel.com kannst du dir einen Account und einen Serienwochenplaner anlegen. Ist total praktisch, vor allem wenn im späteren Verlauf der Season die Folgen nicht mehr jede Woche gesendet werden.

    @borstel: „Hrrrrr, ‘ne Serie mit Kat Dennings?“ – Das war auch mein erster Gedanke, als ich von der Serie gehört habe😀 Und naja, vielleicht wird’s gar nicht so schlimm, wenn man schon mit niedrigen Erwartungen rangeht.

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