Archiv für den Monat Oktober 2010

Poetry Slam #1

Da ich die Vortragsform des Poetry Slam in der letzten Zeit abgöttisch verehre und in den ersten zwei Wochen meines neuen Semesters auch schon auf zwei Slams war, nehme ich den Versuch in Angriff euch alle – werte Leser – zu bekehren.
Dass man die Faszination eines Slams schlecht erklären kann, habe ich jetzt schon öfter festgestellt. Worte reichen dafür leider nicht aus. Sogar den Ablauf und die Art von Texten zu erläutern, die vorgetragen werden, ist nicht so ganz leicht. Es gibt doch zu große Unterschiede. Aber glücklicherweise sind wir hier im Internet, in dem Multimedialität groß geschrieben wird. Hat schon mal jemand versucht ein Youtube-Video in ein echtes Gespräch einzubetten?

Yasmin Hafedh, Gewinnerin der letztjährigen U20-Meisterschaft, widmet diesen Text einer besonderen Person. Und nein, es ist nicht so eine Person, an die ihr jetzt denkt.

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Ach, Zeit.

Zeit ist ein merkwürdiges Konstrukt. Wir erkennen an ihr Tag, Nacht, Abend und Morgen. Richten unser gesamtes Leben an abstrakten Zahlen aus und bereuen es nicht. Denn es funktioniert. Wo kämen wir auch hin, wenn wir Schulunterricht, Univeranstaltungen, Verabredungen, Treffen, Meetings, Lichtspielhaus- und Busfahrpläne nicht an irgendetwas allgemein Gültigem ausrichten könnten. Stellt euch für einen Moment das Chaos vor, das herrschen würde, gäbe es keine Uhren mehr. Stellt euch vor, ihr wacht an einem Herbstmorgen auf, schaut aus dem Fenster und könnt beim besten Willen nicht sagen, ob es gerade tatsächlich morgen ist. Und wenn überhaupt, dann welcher Abschnitt des Morgens?

Zeit spielt uns Streiche. Minuten, die uns wie Stunden vorkommen, Stunden wie Tage, Tage wie Wochen, you get it. Funktioniert dummerweise auch in die andere Richtung, wenn alles viel zu schnell zu vergehen scheint, Zeit und Erinnerungen wie Sand durch Finger rinnen.

Hat mein Semester wirklich erst letzte Woche angefangen? Liegt der letzte Poetry Slam wirklich schon eine Woche zurück. Sogar das Tocotronic-Konzert erscheint mir als eine blasse Erinnerung aus vergangenen Jahren; und auf dem war ich vorgestern. Und welchen Film habe ich letzten Montag noch mal im Kino geguckt?

Projekt Hörsturz #31

Diesmal mit 10 anstatt von 5 Pflichtsongs. Mein Vorschlag ist dennoch wieder in der Bonuskategorie gelandet. Naja, Karma ist halt böse.

Tocadisco – Shrine (von Dr. Borstel)
Immer wenn’s um was geht, sagen mir Borstels Vorschläge nicht so recht zu. Die Stimme wirkt mir zu angestrengt auf Weichspül gestellt und der Flow (shoot me now!) kommt bei mir nicht an. 2/5

Daniel Decker – Die Geister mit denen ich schlief (von kasumi)
Etwas eintönig, dafür aber auch irgendwie sehr eingängig. Klingt auf jeden Fall sehr cool und ich mag anständigen deutschen Pop/Rock eh. 3,5/5

Linkin Park – Given Up (von Sir Donnerbold)
Da fällt mir doch glatt eine Band ein, die in der letzten Runde gefehlt hat. Ok, das ist ein bisschen übertrieben, aber ich kann Linkin Park nicht wirklich leiden. Darum ist auch das hier für mich nur unteres Mittelmaß. 2/5

Junip – Black Refuge (von endgueltig)
Ich erkenne etwas Besonderes in diesem Song. Ich kann nur nicht festmachen, was genau es ist. Vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet. 2,5/5

Alcest – Écailles De Lune (Part II) (von Tenza)
Nicht ganz uncool, mir aber für das Projekt zu lang(atmig), zu metallig und zu sehr screamo. 2/5

Melody Gardot – Baby I’m a Fool (von Paula)
Das Lied, das in der Werbung immer angespielt wird, finde ich eigentlich ganz nett, dass hier langweilt mich doch zu sehr. 1,5/5

David Garrett – Beethoven’s 5th (von Onkelosi)
Ich bin kein Klassik-Freund, aber das hier ist gefällt mir. Aber es ist ja auch mehr Klassik-Rock-Crossover. 4/5

White Denim – Mirrored And Reverse (von beetFreeQ)
Scheiß auf die automatischen last.fm Empfehlungen, ich krieg mehr Brauchbares durch beetys Songs im Projekt. 4/5

Gareth Marks – Lady Of Leisure (von cimddwc)
Merkwürdige Leutchen und nicht ganz normale Musik, die die da machen. Aber wer braucht schon Normalität? 3/5

Kasper Bjørke – Young Again (von Dekah)
War kurz auf Dehkahs Blog und hab gesehen, dass er mindestens drei Lieder von Sport gehört hat und somit zu den coolsten Menschen der Erde gehört. Das Lied hier gefällt mir auch unbeachtet dieses Fundes. 3,5/5

Das macht 2,8 bei den Pflichtsongs. Den Bonus gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Warum Glee eigentlich ziemlich doof ist…

Ich es aber trotzdem mag – Eine kleine Review zur ersten Staffel.

Ganz im klaren bin ich mir über die finanzielle Seite der High School Musical Reihe nicht, wage jedoch zu behaupten, dass die Mischung aus eingänigen Pop-Liedern, die eine wohl seichte, klischee- und kitschbeladene Liebesgeschichte um auf super-attraktiv geschminkte Teenager zusammenhalten und der gleichzeitige Verkauf der Lieder auf CD und diversen Internetplattformen gar nicht unerfolgreich sein kann.

Alles nur Vermutungen, ich habe keinen der Filme gesehen. Und hatte auch nie das Verlangen mir etwas anzugucken, das in die Nähe des Genres Teenie-Musical fallen könnte. Doch dann kam Glee.

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Mensch vs. Organisation

Organisation liegt nicht in der Natur des Menschen.

Das sehe ich schon an mir. Literaturwissenschaft heißt das Schlagwort für mein aktuelles Germanistiksemester und dafür muss in der vorlesungsfreien Zeit gelesen werden. In vier Tagen fangen meine Veranstaltungen an und mit dem Lesepensum bin ich immer noch nicht fertig, aber zumindest habe ich damit angefangen und würde es auch noch schaffen. Klar, das letzte Wochenende wäre anstrengend. Aber ich würde es schaffen.

Dass Organisation nicht die Eigenschaft ist, die den Menschen auszeichnet, habe ich schon an meiner Schule zu vielen Anlässen erkennen dürfen. Jetzt auch an meiner Uni. Eines der Seminare, für das ich schon Geld in Form von Buchanschaffungen und Zeit investiert habe, ist gestrichen worden. Ersatzlos. Vier Tage vor dem ersten Treffen. Und ich muss mir jetzt zwangsläufig eine andere Veranstaltung (aus recht geringer Auswahl) raussuchen, in der ich möglichst wenig lesen muss. Denn viel Zeit bleibt mir ja nicht mehr. Also wird schnell die Veranstaltung ausgewählt, die überhaupt keine Beschreibung hat. Nicht die optimale Wahl, aber was soll man sonst machen?