Ein paar Gedanken zu God of War 3

DerGraf hat nach der Verabschiedung seiner Festplatte zurzeit keine Nutzungsmöglichkeit seines geschätzten Macbooks. Daher erfolgt seine Beteiligung am Web 2.0 eher in unregelmäßigen, schubhaften Episoden am höchst unkomfortabel zu bedienenden Netbook seiner Mutter.

Die Playstation hat doch irgendwie immer noch die coolsten Helden. Da wären die Zweiergespanne Ratchet & Clank, Jak & Daxter, Nathan Drake und natürlich Kratos, das Spartanerarschloch. Das sage ich, weil ich irgendeine Beleidung brauche, wenn im Spiel mal wieder nichts so funktioniert. Aber tatsächlich ist Kratos nichts anderes als ein riesiges Arschloch. Tötet alles, was sich in den Weg stellt und Gnade ist ihm in der Regel ein Fremdwort. Das passt irgendwie ins Setting der griechischen Mythologie, die ja alles andere als so herzallerliebst ist wie es der Disney Herkules-Film darstellt. Da geht’s halt eher so gewalttätig und rumtreiberisch zu. Da passt auch der „Geist von Sparta“ gut rein.

God of War 3 ist wieder ein spieltechnisches Meisterwerk, das sich zwar unverholen aus allen Genres des Mediums bedient (u.a. Guitar Hero oder Portal). Aber besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden. Außerdem ist auch die gewohnte Mischung aus Kämpfen, Sprungeinlagen und den kleineren Rätseln nach wie vor sehr gut gelungen.

Was mich jedoch an dem Spiel stört, ist der unglaublich überzogene Gewaltgrad, der selbst die nicht zimperliche Darstellung in den Vorgängern ohne Probleme in den Schatten stellt. Da werden Gesichter eingeschlagen, Beine am lebenden Gott abgetrennt, Zyklopenauge ausgerissen etc. pp.; alles besonders spektakulär in besonderen Perspektiven zelebriert. Ich bin gewiss kein Spießer in Sachen Gewaltdarstellung und kann auch gewalthaltige Spiele oder Filme genießen, aber das ging mir dann doch teilweise zu weit. Der Kratos, der mir im ersten Teil als besonders tragische Figur wirklich sympathisch war (in dem Kontext, dass ich ein Stück weit Mitleid empfunden habe), ist nun eine stumpfe, nicht nachvollziehbare Kampfmaschine geworden. Natürlich ist seine Motivation klar, aber verständlich deshalb noch lange nicht.

God of War 3 ist ein gutes Spiel. Es macht Spaß (sofern gerade nicht sinnlos und übertrieben brutal geschlachtet wird), führt außerdem die Geschichte der Trilogie zuende und ist deshalb für Fans ohnehin ein Pflichttitel. Aber sooo brutal…

7 Gedanken zu „Ein paar Gedanken zu God of War 3

  1. donpozuelo

    Ja, den dritten Teil muss ich mir auch noch besorgen. Will ja wissen, wie es zu Ende geht.

    Ein Problem hatte ich mit der Gewalt bis jetzt noch nicht, zumal die Spiele an und für sich schon immer ordentlich geknallt haben. Dass Teil 3 das jetzt auf die Spitze zu treiben scheint, verwundert mich erstmal nicht so sehr.

    Ich fand’s im Allgemeinen immer eher etwas skurril bis schräg in welcher Manier man sich manchmal durch seine Gegner kloppt.

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    1. DerGraf Autor

      Ich kann’s schwer in Worte fassen, was sich in der Gewaltdarstellung zwischen Teil 1/2 und dem Dritten geändert hat. Ich weiß nur, dass es mich in dem aktuellsten Spiel teilweise extrem gestört hat.

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  2. Laosüü

    Ich fand die Gewalt nun nicht wirklich schlimmer, als in den vorangegangenen Teilen. Der einzige Unterschied ist doch der, dass es durch die geradezu göttliche Grafik alles detailreicher und damit realer aussehen lässt. Zudem ist die Gewalt nie wirklich das einzige Mittel des Spiels, auch wenn es hier härter dargestellt wird, als in anderen Spielen.

    Und bei Kratos muss ich wahrlich sagen, dass man diese Figur einfach nicht verstehen kann. Wenn man sich mehr mit der Hintergrundstory beschäftigt und zum Beispiel die Extravideos bei GoW1 merkt man, wie Kratos Leben aussah. Er war schon von Geburt an ein Spielball der Götter, erzogen von Verlust und Zorn. Dass er in diesem Zustand der Raserei dennoch fast schon väterliche Gefühle wiederentdecken kann und schlussendlich eine für Kratos Verhältnisse unerwartete Wahl trifft, hat mich das wirklich bewegt.

    Ich glaube ja ehrlich, dass die Entwickler Kratos als Parodie auf die Sandalenhelden der Mythen und Filme sehen. Die griechische Mythologie ist schließlich geprägt von all den schlechten Eigenschaften der Menschheit. Götter waren gefürchtete Überwesen, die mehr als abschreckendes Beispiel dienten, denn als Vorbild. In dieses Schema passen edle Helden wie Theseus, Perseus, Herkules und Co. einfach nicht. Kratos hingegen ist ein Produkt der griechischen Mythologie. Der Klimax aller Überl. Quasi die personifizierte Büchse der Pandora.

    P.S. Mann klingt das hochtrabend. ^^

    Antwort
    1. DerGraf Autor

      Vielleicht ist tatsächlich die bessere Grafik, die da bei mir teilweise Unbehagen auslöst. Dass Kratos eine zugespitzte Figur mit durchaus parodistischem Charakter ist, glaube ich auch. Aber muss ich dann so lange Taste drücken, bis von Herkules Gesicht nichts mehr übrig ist? Und muss Kratos Hermes die Beine unbedingt abschlagen, um an seine Flügelstiefel zu kommen. Oder hätte er nicht wenigstens den Anstand haben können, das nicht bei lebendigem Leibe zu tun?🙂

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      1. Laosüü

        Da haben wir’s doch wieder. Sowas wie Anstand besitzt der Kerl nicht. ^^
        Aber das mit Herkules fand ich auch ziemlich hart. Hermes ist da eher auf gleichem Niveau wie Helios.

        P.S. Neue Chucks? Was ist denn aus den äußerst patriotischen geworden?😉

      2. DerGraf Autor

        Stimmt, Helios hat auch keinen angenehmen Abgang.
        Neu, sind die Chucks nicht. Drei Jahre müssten die jetzt bald alt sein. Oder sind es schon vier?😀 Sind auf jeden Fall meine ersten.

  3. Zockn

    Mir ist das auch aufgefallen. Die Szenen werden von mal zu mal brutaler. Probleme habe ich damit nicht, aber Gedanken macht man sich schon.

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