1114

11:14 – elevenfourteen

Um 11:14 PM (in unseren Gefilden sagt man dazu 23:14) wird dem angetrunkenen Jack (Henry Thomas) jemand während der Fahrt auf das Auto geworfen. Betrunken wie er ist denkt er, er hätte einen Fußgänger überfahren und versucht die Leiche verschwinden zu lassen. Dass mit diesem Zwischenfall die Ereignisse dieser Nacht noch nicht vollständig erzählt sind, beweist der Episodenfilm „11:14“ in den nächsten 80 Minuten.
Zum Beispiel der Abschnitt, in dem Jack versucht der Polizei zu entkommen, nachdem eine Passantin wegen vermeintlichem Wildunfall die Behörden alamiert hat. Oder wie drei Jugendliche (Ben Foster, Colin Hanks, Stark Sands) von ihrem Wagen aus Randale machen und dabei tatsächlich eine Frau anfahren. Und das sollen scheinbar nicht die einzigen Leichen dieser Nacht gewesen sein.

Die Geschichten, die um die späte Nachtstunde passieren, sind allesamt kompakt, decken insgesamt nur ein knappes Zeitintervall (es ist wohl etwa eine halbe Stunde) ab, weswegen die relativ kurze Spielzeit von 82 Minuten vollkommen ausreicht, um ein sehr gelungenes Spiel mit verschiedenen Perspektiven und einigen Leichen zu inszenieren, bei der man sich bis zur letzten Minute fragt, wie genau die ganzen Geschichten zusammenfallen. Unglaublich packend arrangiert, zu keinem Zeitpunkt  auf negative Weise verwirrend und mit gut agierenden Schauspielern, darunter auch Stars wie Patrick Swayze oder Hillary Swank, die hier tatsächlich eine Rolle spielt, in der sie mir gefällt. Auch der Soundtrack macht einiges her. Vielleicht wird es einigen im Zusammenhang mit der doch etwas düsteren Thematik mit seinen oft lockeren Melodien und eingängigen Schlagzeugsbeats unangebracht vorkommen. Dennoch lässt es sich nicht verhehlen, dass es dem Film den Anstrich einer schwarzen Komödie verleiht, der ihm unheimlich gut steht. Dennoch hat „11:14“ auch seine tiefen und dramatischen Momente, zu denen auch der Soundtrack beitragen kann.
Ein klasse inszenierter Episodenfilm, bei dem man endlich das Gefühl hat, dass wirklich alle Episoden ineinandergreifen und zusammenhängen. Das ist meiner Meinung nach in diesem Genre seltener der Fall als es sein sollte. Allerdings stört die etwas platte Moral, die man dem Drehbuchautor und Regisseur Greg Marck vorwerfen könnte. Das Finale und der Aha-Moment machen das allerdings mehr als wett.

4/5

Auch für den Anblick von Jason Segel mit dämlichem Bart. Für mich als „How I Met Your Mother“ Fan ein unglaublich lustiger Moment.

5 Gedanken zu „11:14 – elevenfourteen

  1. bullion

    Ja, fand den Film auch ziemlich stark, wenngleich sich der Möchte-ich-nochmal-sehen-Effekt bisher etwas in Grenzen hält. Tolle Performance auch von Patrick Swayze.

    Antwort
  2. DerGraf Autor

    @Hagen: Du hast echt merkwürdige Bewertungskriterien😀
    @bullion: Da ich ihn nur auf deutsch geguckt habe, werde ich ihn auf jeden Fall bei Gelegenheit noch im Original schauen.

    Antwort
  3. Dr. Borstel

    Sehr cooler Film, zweimal gesehen, nur auf Deutsch, Drittsichtung demnächst angesagt. Einen halben Punkt hättest du vielleicht sogar noch draufpacken können, aber ich denke, so geht die Wertung auch in Ordnung. Highlight: Das Schäferstündchen auf dem Friedhof.😉

    Antwort
    1. DerGraf Autor

      Einen halben Punkt würde ich noch drauflegen, aber hab beschlossen, Filme nur in ganzen Schritten zu bewerten. Sonst mache ich mir nur wieder zu viele Gedanken, was einen halben Punkt mehr oder weniger verdient hat und müsste dann zu viel mit vergleichbaren Filmen abwägen. 4 Punkte heißt auf jeden Fall so viel wie „sehr gut“🙂

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s