gangster#1

Gangster No. 1

In den späten 60er Jahren gehört Freddie Mays (David Thewlis) im organisierten Verbrechen von London zu den größeren Nummern und rekrutiert einen Mann (Paul Bettany), der nur als „Gangster“ bekannt ist. Diese Rekrutierung bereitet den Grundstein für den Aufstieg des Gorillas, der psychisch nicht ganz beisammen scheint. Er ist neidisch auf den Reichtum Freddies und dessen Prestige. Als er auch noch mit der attraktiven Tänzerin und Sängerin Karen (Saffron Burrows) anbandelt, sorgt „Gangster“ dafür, dass sein Boss für Jahrzehnte ins Gefängnis wandert.

Dass Bettany den manischen Grenzpsychopaten grandios mimen kann, darf er hier schon sechs Jahre vor seiner Rolle als Silas in „The Da Vinci Code“ unter Beweis stellen. Doch leider hat sich der Drehbuchschreiber noch weniger Gedanken über die Hintergründe der Figur gemacht als Dan Brown, weshalb die Motivation von Gangster No.1 für den Zuschauer zu keinem Zeitpunkt greifbar oder wenigstens nachvollziehbar ist. Generell bekleckert sich das Drehbuch nicht gerade mit Ruhm. Gangster 55 erzählt die eigentliche Handlung aus dem Jahr 1999 heraus in Retroperspektive (hier gespielt von Malcolm McDowell) und greift immer wieder als Erzähler aus dem Off in das laufende Geschehen ein; auf eine unsäglich schmierige und uninspirierte Art, die das Prädikat „cheesy“ mehr als verdient hat. Dem Spannungsbogen fehlt das nötige Feingefühl, faszinierend ist die Verbrecher-Geschichte nie, ihr fehlt es an Subtilität.  Dass die Handlung nicht viel Wiedergebbares hergibt, dürfte man an meiner recht knappen Inhaltsangabe bemerken. Immerhin ist der Film solide besetzt, Bettany sogar gut und einige Nebenrollen ziemlich perfekt. Außerdem blitzt immer wieder in kurzen Momenten das Können des Regisseurs in Sachen Vorausdeutung hervor, wenn in kurzen Einschüben bestimmte Ereignisse ausschnitthaft, farblich verfremdet und wie in einem zerbrochenen Spiegel betrachtet vorweggenommen werden. Auch die letzten zwanzig Minuten schaffen einiges, was zuvor unerreicht blieb und bauen tatsächlich noch Spannung auf. Denn den machtbesessenen Psychopaten spielt Bettany nun mal erschreckend gut. Nur das rettet den Film mit wenig Stil vor der absoluten Belanglosigkeit im Genre.

2/5

Wer sich aus irgendeinem Grund dennoch für den Film interessiert, er liegt der aktuellen TV Movie bei, da kriegt man dann für 3,50€ auch gleich noch eine unterdurchschnittliche Programmzeitschrift dazu. Kann aber eigentlich nur davon abraten. Die deutsche Synchro klang nämlich nicht sehr überzeugend und stellenweise lächerlich übertrieben.

2 Gedanken zu „Gangster No. 1

  1. donpozuelo

    Na, da machst du mir aber Mut. Denn vor ein paar Tagen habe ich mir eben diese TV-Movie gekauft. Upps… aber gut, für 3,50 darf man auch mal daneben greifen🙂

    Antwort

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