Tag 13 – Ein Buch, bei dem ich nur lachen kann

Ist das jetzt positiv oder negativ gemeint?

Naja, egal. Kann nämlich bei beiden Möglichkeiten keinen 100%igen Vertreter nennen. Ja, ich weiß – mal wieder. Ich lese ungern „lustige“ Bücher, das ist mir in der Regel zu wenig für mein Geld und bei schlecht geschriebenen Büchern ist mir eher nach Weinen anstatt nach Lachen zumute.

Ich muss also wieder ein wenig improvisieren und ein kleines bisschen Interpretationsfreiheit anwenden. Damit kämen wird dann zu „Der letzte Wunsch“, eines der letzten Fantasy-Bücher, die ich mir gekauft habe (der zweite Band kam danach auch noch). Das Genre der Fantasy sehe ich eher als eine Anhäufung von unheimlich vielen Seiten, auf denen nicht viel mehr steht als ausgetretene und uninteressante Klischees, die sich seit Herr der Ringe nur noch in Nuancen unterscheiden. „Der letzte Wunsch“ ist anders, an erster Stelle nämlich nicht der High, sondern der Dark Fantasy zuzuordnen. Hauptfigur ist Geralt von Rivien, der seinen Unterhalt als eine Art Special-Uber-Headhunter verdient, er ist ein Hexer. Ein Mensch, der seit seiner Kindheit zur Kampfmaschine gezüchtet wurde, auch unter zu Hilfenahme von Giften, die seine Wahrnehmung erweitert haben, er wurde in der Kampfkunst und der Alchemie unterrichtet. Seinesgleichen wird von der normalen Bevölkerung normalerweise gemieden. Durch die Tortur seiner Ausbildung ist seine Haut fahl geworden und sein Haar hat aufgrund enormen Pigmentverlustes eine vollkommen weiße Farbe.

Auf das Buch bin ich erst durch das Computerspiel „The Witcher“ aufmerksam geworden, das vor „Assassin’s Creed“ der so ziemlich letzte Hype war, dem ich verfallen bin. Das Spiel war im Endeffekt auch ganz brauchbar und hat mir ne Menge Spaß gemacht. Das Buch allerdings noch mehr. Eher als Sammlung von Kurzgeschichten als ein Roman zu bezeichnen, erzählt es von Aufträgen des Hexers, die nicht übergeordnet zusammenhängen, aber ein unheimlich packendes Bild einer fremden und düsteren, mittelalterlichen Welt zeichnen, die von Monstern heimgesucht wird und von Fremdenhass und Unterdrückung anderer Völker der Fantasywelt (allen voran die Elfen) geprägt ist. Dabei bekommt auch Geralt Symphatie zumeist nur in solchen Momenten entgegengebracht, wenn man seine Hilfe braucht.

Und warum ich darüber nur lachen kann? Naja, Lächeln trifft es eher. Aber Sapkowski, so der Name des Autors, schafft es in jeder dieser Geschichten mit den Klischees und Erwartungen des Lesers zu spielen, um sie am Ende meistens dennoch vollkommen umzuwerfen. Und davon war ich immer wieder so überrascht und überwältigt, dass ich nichts anderes machen konnte als anerkennend zu lächeln – manchmal auch zu lachen.

3 Gedanken zu „Tag 13 – Ein Buch, bei dem ich nur lachen kann

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