Archiv für den Monat Mai 2010

Ihr werdet mich hassen. Möglicherweise

Ein kleines Zitat am Rande ohne Bedeutung für den weiteren Post:

Dick Casablancas: So what… You’re just going to mope around like the guy in… What’s that book when the guy’s mom dies and he comes back to Jersey? And he’s got that motorcycle sidecar?
Logan Echolls: Garden State was never a book.
Dick Casablancas: It wasn’t? Oops… So much for that paper.

Aus „Veronica Mars“

Eigentlich wollte ich erst heute nacht wieder etwas schreiben, wollte nämlich wieder ins Kino. Aber da ich wieder meine Aufgaben für die Uni etwas zu weit hinausgeschoben habe, muss ich darauf leider verzichten. Zu meinem großen Trost läuft aber eh nichts so Tolles, was ich unbedingt hätte sehen müssen. Die Ticket-Ersparnis von 4,50€ habe ich stattdessen in zwei Bücher investiert… Ahem, ja. Ein bisschen Geld für’s Essen ging auch drauf.

Also schreibe ich über etwas anderes; ich weiß nur nicht, was mich mehr interessiert: Die Verletzung Ballacks oder die weiterhin sinkende Geburtenrate… es interessiert mich beides eigentlich gar nicht. Aber mit dem zweiten Thema werde ich mich im Laufe des Studiums noch oft genug beschäftigen müssen, von daher schreibe ich etwas über Ballack.

Ich bin kein großer Fan der deutschen Nationalmannschaft. In erster Linie, weil sie nichts drauf hat. Außerdem hasse ich die dämliche Euphorie-Bewegung, die seit 8 Jahren zu jedem internationalen Wettbewerb eintritt. In erster Linie, weil das dumme Leute sind, die sich ihre Identifikation abhängig von Leuten machen, die Fußball spielen; für die erfolgreiche Durchführung dieses Vorganges in den meisten Fällen aber leider im falschen Land geboren wurden. Patriotismus ist ja eh nicht so mein Ding und darum freue ich mich immer ein bisschen, wenn Deutschland in den Wettbewerben rausfliegt, weil ich dann Leute, die der Theorie nach doch eigentlich vernunftbegabt sein sollen, im Fernsehen sehen kann, die weinen, weil eine Fußballmannschaft verloren hat. Ich versteh’s einfach nicht, aber ich find’s lustig. Von daher spricht hier auch kein Anhedonist (Begriff aus HIMYM geklaut), sondern einfach nur jemand, der in den Augen eines Fußballfans ziemlich verbittert ist.

Darum genieße ich den Medienhype, der um den Knöchel des Michael B. gemacht wird, mit einer gewissen Häme. Sollte ich Sympathie eurerseits erwarten, hätte ich vielleicht ein besser klingendes Synonym verwenden sollen, aber es trifft die Sache doch ziemlich gut. Es ist ja auch nicht so, dass ich Ballack die Teilnahme an der WM nicht gönnen würde, ich beziehe mein Amusement eher von der Meta-Ebene. Dass Ballack als hilfloses Opfer und Boateng als übler Schläger dargestellt wird, obwohl ich an dem Foul den angeprangerten Vorsatz nicht erkennen kann; es gibt doch wirklich genug Spieler, die übertrieben in den Zweikampf gehen. Boateng gehört anscheinend zu denen. Passiert.

Ist auf jeden Fall kein Grund so auszuflippen.

Kick-Ass

Das hier ist kein Blog, auf dem ich klassische Rezensionen veröffentliche, dafür würde ich Watched nutzen. An dieser Stelle schreibe ich eher spontane Gedanken nieder, die keine Vollständigkeit garantieren, aber wahrscheinlich trotzdem ziemlich genial sind – und am Ende womöglich doch wie eine Rezension klingen. Heute also Kick-Ass, den ich gerade eben im Innenstadt-Kino meiner Uni-Stadt gesehen habe, von dem mich nur etwa 5 Minuten Fußweg trennen (ja, das ist Prahlerei). Der Massive-Spoiler-Alert versteht sich von selbst, nicht?

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Kate Nash – My Best Friend Is You

Der erste Eintrag einer Kategorie, die ich „First Impression“ nennen werde, in der ich wohl zusammenhangslose, spontane Gedanken zu Filmen, Musik, Serien, Büchern veröffentlichen werde. In Wahrheit wohl nur eine Entschuldigung, keine kompletten Texte schreiben zu müssen, aber aufrichtiges Interesse für mich, wie sich meine Wahrnehmung eines künstlerischen Produkts mit der Zeit noch ändern wird.
Als kurze Einleitung: Kate Nash ist eine mir höchst sympatische Sängerin, was sich wahrscheinlich in den folgenden Stichpunkten niederschlagen könnte
. Den Namen Kate Nash kenne ich schon einige Zeit, wirklich aufmerksam bin ich allerdings erst durch die von der ebenso sympathischen Lena Meyer-Landrut bei Unser Star Für Oslo dargebotenen Songs ‚Foundations‘ und ‚Mouthwash‘ geworden – und habe mir kurz danach das Debüt-Album der Engländerin gekauft.

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Der Song in meinem Ohr #1

Ihr könnt mir vieles vorwerfen, mit einem Großteil der Anschuldigungen werdet ihr falsch liegen. Falls ihr jedoch behauptet, dass ich diese Post-Kategorie von Christian abgeschaut habe, dann habt ihr wohl Recht. Ich hoffe er nimmt es mir nicht übel; aber immerhin klingt seine Überschrift um einiges besser als meine.

Ich will den Bogen nicht überspannen und nicht auch noch „I’m Not A Robot“ hier vorstellen, den ich allerdings wegen genannten Blogger nicht mehr aus dem Kopf bekomme, gelegentlich vor mich herträllere und darum auch vollkommen zurecht über mich gewitzelt wird. Aber okay, mein Kopf respektive das titelgebende Ohr ist groß genug für mehrere Songs und einer davon ist „Why do you let me stay here“ von She & Him, auf die durch den Film (500) Days of Summer aufmerksam geworden bin. Denn die dortige Hauptdarstellerin ist zufällig auch Mitglied des Zwei-Mann-Projekts, das mir nach einigen (in Endlosschleife) gehörten Songs sehr gut gefällt.

Den eigentlichen Song habe ich zum ersten Mal bei YouTube gesehen/gehört, das war einen Tag nachdem ich (500) Days of Summer gesehen hatte und nach so Sachen wie Soundtrack-Songs oder Re-Cut-Trailern suchte. Da bin ich dann auf folgendes Video gestoßen, das merkwürdigerweise stark nach Extra-Material aussieht, aber nicht auf der Film-DVD zu finden war. In diesem Video bieten die Hauptdarsteller des Films – genannte Zooey Deschanel und Joseph Gordon-Levitt (von dem ich mir demnächst wohl mal Mysterious Skin zu Gemüte führen werde) – einen Tanz zum Song dar; und das auch ziemlich gut und unterhaltsam. Wer sich bei Gordon-Levitts Lächeln im Video auch stark an Heath Ledger in 10 Things I Hate About You erinnert fühlt, schreibt das bitte in die Kommentare, ich komme mir mit der Meinung sonst so alleine vor.

Doch ein relativ normaler Tag

Und wieder einmal muss ich bemerken, dass sich unglaubliche Müdigkeit doch stark auf das Können des Führen eines Kraftfahrzeugs auswirkt. Auf das Verfassen eines Posts wohl auch, aber ich bin irgendwie noch nicht bereit, schlafen zu gehen.

Ich hatte vor circa 10 Stunden über die von mir hoch geschätzte Publikationsplattform Twitter so etwas in diese Richtung mitgeteilt:

Scheiße! Was ich hab ich mir nur dabei gedacht, ich werde mich heute so zum Affen machen und alle meine besten Freunde gucken dabei auch noch zu!!!

Nun gut, der Tweet sah doch etwas anders aus. Positiv eingestellt wie ich nun mal bin, habe ich eingeräumt, dass es trotz meiner mittelgroßen Panik auch gut laufen könnte – oder zumindest nicht apokalyptisch schlecht. Worum es eigentlich geht? Ich habe am gestrigen Sonntag an einem Poetry Slam teilgenommen und bin in der ersten Runde rausgeflogen. Höchstwahrscheinlich zurecht. Es war zumindest nicht so dermaßen katastrophal wie ich es mir vorgestellt hatte, aber vielleicht schützt mich mein Unterbewusstsein auch zu sehr und hat die Erinnerung bereits beschönigt. Dennoch ist mir an diesem Wochenende einiges klar geworden.

  1. Du weißt, dass du in etwas ziemlich schlecht warst, wenn deine Freunde aus Scham dem Thema im Nachhinein aus dem Weg gehen oder dich mit einfühlsamer Stimme ermutigen, es weiterhin zu versuchen.
  2. Auf so etwas antwortet man am besten mit Zynismus und Selbstironie – vorausgesetzt man hat sich selbst auch nicht als so dolle wahrgenommen.
  3. Wenn man weit (ca. 200 km) von seinen besten Freunden entfernt wohnt und abrupt bemerken muss, dass die ihr Leben einfach weiterleben und man selber gewisse Wendungen erst durch Zufall mitbekommt, dann ist man schon ein bisschen traurig. Wobei ‚traurig‘ trifft es nicht ganz. ‚Bedrückt‘ passt besser.
  4. Little Britain, das ich gestern zum ersten Mal gesehen habe, ist ganz lustig, aber den Hype um die Serie, den ich so ein wenig mitbekommen hatte, kann ich nach den ersten zwei Folgen nicht so ganz nachvollziehen. Klar, es ist lustig, aber teilweise arg platt und in seiner Machweise (und mit seinen Gags) oft sehr veraltet. Sorry, das intelligente Synonym für veraltet will mir gerade nicht mehr einfallen; was mich aber direkt zu Punkt …
  5. … bringt. Nämlich das nächste Mal vielleicht schon vor 1 Uhr nachts nach Hause zu fahren (damit ist übrigens mein ‚echtes‘ zu Hause gemeint, nicht die Wohnung in der Uni-Stadt) – besonders wenn man merkt, dass man sehr müde ist. Wobei mit ein bisschen Konzentration (und am besten ausgeschaltetem oder sehr leisem Radio) lässt sich auch so eine Autofahrt gut meistern. Auch wenn mir beim Anfahren den Motorengeräuschen nach der rechte Fuß vielleicht doch etwas locker auf dem Gas-Pedal stand.

Aber das schöne an Autofahrten tief in der Nacht ist ja, dass es kaum (bzw. gar keinen) Verkehr gibt und man die Straße für sich allein hat. Genauso wie ich gerade wohl das Internet für mich alleine habe. Gute Nacht.

Von einem ziemlich ereignisarmen Umzug

Ich habe heute meinen Umzug beendet, der recht schnell innerhalb zweier Tage abgelaufen ist. Während gestern die Möbel aufgebaut wurden, hieß es heute meine Kleidung, einige Elektrogeräte, Geschirr und den ganzen Kram eben in die Stadt zu schaffen, in der ich nun seit über einem halben Jahr studiere. Das bedeutet vor allem, dass ich jetzt mein Geld vor allem für Miete und Essen ausgeben muss. Andererseits, dass mir pro Uni-Tag, insgesamt zwei Stunden Bus- bzw. Zugfahrt erspart bleiben, was besonders deshalb großartig ist, weil ich an drei Tagen überhaupt nur 90 Minuten Uni habe.

Nun gut, Umzug. Man hört ja teilweise unglaublich verrückte Geschichten über Umzüge. So verrückt, dass ich sie mir anscheinend nicht merken konnte, was ich ein bisschen schade finde. Denn gegen ein kontrastierendes Beispiel an dieser Stelle hätte ich nichts gehabt. Aber dann muss es ein simpler Bericht wohl oder übel tun.
Hilfe bei der ganzen Arbeit hatte ich von meinem Bruder, meinem Vater und meiner Mutter,  meiner zukünftigen Mitbewohnerin und meinem Onkel, der mir schon beim Kauf der Möbel unter anderem durch Bereitstellung seines Autos und Anhängers sehr behilflich war. Meine neue Wohnung liegt anscheinend an einer der Hauptverkehrsstraßen der Uni-Stadt, was es umso erfreulicher macht, dass wir ohne Probleme zwei Parkplätze direkt vor dem Haus bekommen haben; hat vielleicht etwas mit Karma zu tun, denn meine Wohnung liegt im zweiten Stock und es gibt keinen Aufzug. Natürlich könnte ich jetzt davon erzählen, wie wir meine neuen Möbel aufgebaut haben – also en detail, aber das spare ich jetzt einfach mal aus. Vier Stunden hat das ganze etwa gedauert, dann waren die Möbel hochgetragen und Bett, Schreibtisch, Schrank und Regale waren aufgebaut. Bin mir nicht sicher, ob es durch sechs Leute tatsächlich wesentlicher schneller ging oder sie sich eher im Weg gestanden haben; bei 15 qm Zimmergröße zumindest eine Möglichkeit.

Heute ist dann eben noch der „Inhalt“ in mein Zimmer gekommen, außerdem wurde ein Griff an den Schrank geschraubt und mein Stuhl zusammengebaut. Ach ja, und heute morgen musste ich natürlich zuerst mein ganzes Zeug zusammenpacken. Bin ja bekanntlich eher der Last-Minuit Mensch. Hat dennoch keine vier Stunden gedauert, wäre wohl auch bedenklich gewesen.

Ich bin nun auf jeden Fall unheimlich glücklich, über den (hauptsächlich) reibungslosen Ablauf (ein Regal, von dem ich gedacht hätte, ich hätte es gekauft, war es irgendwie doch nicht), meine nette Mitbewohnerin und die tolle Lage der Wohnung, für die auch über den Verkehrslärm hinwegsehen kann. Aber für solche Situationen gibt es schließlich Kopfhörer.