Was für euch das Album von Casper war, ist für mich die Neue von Thees Uhlmann
schrieb ich so oder so ähnlich vor einigen Wochen auf Facebook. Den Hype, den Xoxo erlebt hatte, konnte ich zwar in den Weiten des Internets nicht entdecken, für mich persönlich ist das Solo-Debüt von Thees allerdings die wichtigste CD des Jahres (auch wenn mir Caspers Platte sehr gut gefallen hat).
Dabei konnte ich schon immer verstehen, wenn sich andere über die Musik von Tomte aufgeregt haben. Es ist nicht für jeden. Thees Stimme ist gewöhnungsbedürftig, die Texte wirken nicht nur selten ein klein wenig zusammengeschmissen. Beides Dinge, die ich an Tomte-Alben geliebt habe. Ein bisschen Restskepsis war über die Qualität der fertigen Soloscheibe noch da, nachdem ich auf dem Fest van Cleef in Mainz war und einige Lieder hören konnte. Auch an die muss man sich erst ein wenig gewöhnen. Sie erinnern auch noch an Songs von Tomte, unterscheiden sich dennoch stark. Sie sind getriebener, das E-Piano ist allgegenwärtig und überhaupt irgendwie tanzbarer. Wobei man dieses Attribut immer noch in Relation sehen muss.
Letztendlich ist “Thees Uhlmann” ein unglaublich gutes Album. & Jay-Z singt uns ein Lied ist der Highlight der CD, was zu einem nicht unbedeutendem Anteil auch Casper zuzuschreiben ist. Dass Thees und Casper ein angenehmes Team abgeben, haben sie ja schon auf der Platte des Bielefelders zeigen können; und ich muss Pascal zustimmen, wenn er betont, dass der Gedanke an eine aus den beiden bestehende Band zu gefallen weiß. Überhaupt ist das von Reminiszenz und Heimatsgefühlen geprägte Album mit starken Songs gesegnet. Einzig Die Nacht war kurz geht mir mittlerweile etwas auf die Nerven. Aber das wird durch das beinahe epische 17 Worte und den wunderbaren Text von Römer am Ende Roms ausgeglichen. Mit Sommer in der Stadt und Paris im Herbst wird Thees zum Storyteller, was sich sehr angenehm auf den Gesamteindruck des Albums auswirkt. Abschließend seien noch die Alternativversionen von Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf (To Mate & to Die Salmons Swim Upstream) und Paris im Herbst (Paris en automne) erwähnt, in denen Thees in Englisch bzw. Französisch singt. Klingt einfach umwerfend, vor allem die zusätzliche Frauenstimme in To Mate & to Die, die eigentlich zu Imaginary Cities gehört, macht den Song mindestens doppelt so gut.